Mittwoch, 27. März 2019

Serie Grefrather Feuerwehr Löschgruppe Mülhausen

Stets bereit: In Badehose zum Einsatz

Der seit 124 Jahren bestehende Löschzug Mülhausen legt großen Wert auf Kameradschaft. Bei allen Einsätzen haben die Blauröcke ein gelbes Entchen als Maskottchen dabei. FOTO: Wolfgang Kaiser

Kempen. Wenn rote Fahrzeuge an der Kirchstraße 15 ausrücken, dann ist die Löschgruppe Mülhausen im Einsatz. 24 Feuerwehrmänner sind ehrenamtlich unterwegs. Pro Jahr gibt es durchschnittlich 50 bis 60 Alarmierungen. Von Bianca Treffer

Brand in der Liebfrauenschule. Bei den Feuerwehrmännern der Löschgruppe Mülhausen sitzt jeder Handgriff. Innerhalb kürzester Zeit sind alle einsatzbereit und das Löschfahrzeug LF 10 sowie das Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser, kurz TSFW genannt, fahren aus dem Gerätehaus. Allerdings ohne Sirenen, denn es handelt sich lediglich um eine Brandeinsatzübung im Rahmen des normalen 14-tägigen Dienstabends. "Wir nutzen immer gerne die Gebäude in unserer Ortschaft für Übungen. So sind wir bestens mit den Liegenschaften vertraut, sollte es einmal zu einem Ernstfall kommen", erklärt Oberbrandmeister und Löschgruppenführer Michael Heyer.

 

Seit 124 Jahren hat Mülhausen eine freiwillige Löschgruppe, zwei Heimatforschern schreiben gerade an deren Geschichte. Für das Jubiläum im kommenden Jahr soll nämlich eine detaillierte Chronik erscheinen. Aktuell zählt die Löschgruppe, die der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath angehört, 24 aktive Mitglieder. Dazu kommen ein Jugendfeuerwehrmitglied und neun ehemalige Feuerwehrmänner in der Ehrenabteilung. "Eine Frau hatten wir bislang noch nicht in unserer Gruppe. Wobei wir uns über Zuwachs freuen würden, egal ob Frauen oder Männer. Denn je größer wir sind, umso besser ist unsere Tagesverfügbarkeit", sagt Heyer.

Im vergangenen Jahr konnte die Löschgruppe zwei Quereinsteiger begrüßen, die mit Mitte/Ende 30 ihre Grundausbildung absolvierten und nun der Löschgruppe angehören. Auch in Mülhausen gilt, viele der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner arbeiten auswärts und stehen zu den Arbeitszeiten entsprechend nicht zur Verfügung. Dies wird ein stückweit dadurch kompensiert, dass Feuerwehrmänner, die anderen Löschzügen angehören, aber in Mülhausen arbeiten, über Tag bei einem Notfall vor Ort mit in den Einsatz gehen.

Mit dabei sind auch immer zwei ganz bestimmte Kollegen. Die sind quietschgelb und normalerweise in der Badewanne anzutreffen. Die Löschgruppe hat in jedem der beiden Fahrzeuge auf dem Armaturenbrett eine Ente sitzen. "Das sind unsere Maskottchen, die immer mitfahren", klärt Unterbrandmeister Manfred Wolfers auf. Als so vor zwei Jahren das neue Löschfahrzeug einzog und den in die Jahre gekommenen Vorgänger ablöste, zog die Ente sofort um.

Das LF 10 ist etwas Besonderes. Es ist das einzige Feuerwehrfahrzeug in der Gemeinde Grefrath mit einer Seilwinde. Es ist mit einem neuen Kettensystem ausgerüstet, das der Crash-Rettung dient. Das heißt, wenn jemand schnell aus einem verunglückten Fahrzeug herausgeholt werden muss, muss das LF 10 her. Für den Wagen musste die Halle eigens tiefer gelegt und das Tor in der Höhe verbreitert werden. Sonst hätte das Fahrzeug nicht in die Halle gepasst. "Der Bauhof hat den Hallenboden rausgeholt, und wir haben in Eigenleistung das Tor erhöht", berichtet Heyer. Auch für den TSFW ging die Löschgruppe unter die Handwerker und verbreiterte die Toreinfahrt. "Wir mussten immer mit eingeklappten Spiegeln einfahren, sonst hätten wir nicht reingepasst", erzählt Heyer.

Das Gerätehaus an sich hat einen etwas ungewöhnlichen Standort. Es befindet sich in einem ganz normalen Wohnhaus inmitten einer zentral gelegenen Wohnstraße von Mülhausen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Dermaßen zentral gelegen ist die Ausrückzeit entsprechend bestens. Viele der Feuerwehrmänner sind in unmittelbarer Nähe des Gerätehauses zu Hause. Einer von ihnen wohnt sogar direkt über dem Gerätehaus mit Halle, Dienstraum, Umkleide und sanitären Einrichtungen. Die schnelle Reaktion bei Einsätzen brachte Bastian Schmitz indes den Spitznamen "Schönwetter-Feuerwehrmann" ein. Der Hauptfeuermann, der schräg gegenüber des Gerätehauses wohnt, erschien bei einer Alarmierung im Sommer nämlich in roter Badehose. "Ich war gerade im Garten, als der Piepser ging und hechtete direkt hinüber", berichtet Schmitz, der damals auf jeden Fall der erste war, der in voller Ausrüstungsmontur startklar war.

Eins wird bei den Mülhausener Feuerwehrleute ganz groß geschrieben, und das ist die Kameradschaft. In diesem Zusammenhang ist der Dress-Abend zu nennen, wobei Dress im Plattdeutschen für meckern steht. Am letzten Dienstabend im Jahr darf jeder sagen, was ihn, auf Jahr gesehen, gestört hat. Aber kein darf beleidigt oder nachtragend sein, wenn es vielleicht mal Kritik an der eigenen Person gibt.

Frauen und Männer ab 18 Jahren, die sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit in der Löschgruppe Mülhausen der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath Löschzug interessieren, können sich an den Löschgruppenführer Michael Heyer, Telefonnummer: 0175 8511236, wenden. Es besteht die Möglichkeit, an den Dienstabenden als Gast teilzunehmen, um sich näher zu informieren

Quelle: RP

Serie Grefrather Feuerwehr Jugendfeuerwehr

Nachwuchs für die Blauröcke

 

Alexander Botschen zeigt den Nachwuchskräften, worauf es bei der Arbeit der Feuerwehr ankommt. Über neue Mitglieder würde man sich sehr freuen. Foto: wolfgang kaiser

Von Bianca Treff

Im  Jahr 2018 feiert die Jugendfeuerwehr Grefrath ihr 25-jähriges Bestehen. Derzeit ist Jugendwart Helmut Fenten auf Nachwuchssuche. Momentan hat die Abteilung nämlich nur sieben Mitglieder.

Grefrath Kaum ist der Feuerwehrbus rückwärts in das Gerätehaus des Löschzuges Oedt der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath eingefahren und steht, da gehen auch schon die Türen auf, und ein ganzer Schwung Mitglieder der Jugendfeuerwehr in Übungskleidung strömt heraus. Das Ziel ist der Versammlungsraum, wo sich schon einige Jugendliche eingefunden haben, allerdings nicht in der bekannten Arbeitskleidung. "Wir haben heute Abend fünf Gäste, die einmal in das Jugendfeuerwehrleben hineinschnuppern möchten", informiert Helmut Fenten.

Eine Tatsache, die den Jugendfeuerwehrwart sichtlich freut, denn derzeit ist die Jugendfeuerwehr mit sieben Mitgliedern etwas dünn besiedelt. Vier der Mitglieder sind nämlich gerade in die Erwachsenenwehr gewechselt, was ab 18 Jahren möglich ist. "Wir möchten unsere Jugendfeuerwehr entsprechend wieder aufstocken und freuen uns sehr über das Interesse von Jungen und Mädchen. Eine Wehr von 15 bis 16 Jugendlichen können wir locker vertragen", bemerkt Fenten.Im Versammlungsraum hat Ausbilder Alexander Botschen alle begrüßt. Da an diesem Abend Fahrzeug- und Gerätekunde angesagt ist, ziehen sie gemeinsam in die Fahrzeughalle um. Botschen gibt eine brennende Gartenlaube am offenen Gewässer vor. Das ist eine Aufgabe, die Bewegung in die Gruppe bringt. An den Fahrzeugen werden Türen geöffnet, und Hände greifen routiniert zu den Gerätschaften, die für die vorgegebene Gefahrenlage benötigt werden. Vor dem Ausbilder liegen schließlich A-Saugrohre, ein Saugkorb, ein Saugschutzkorb und eine ebenfalls benötigte Feuerwehrleine. Mit interessierten Blicken haben die Neulinge alles verfolgt, wobei so manch einer erstaunt ist, wie zielsicher die Jugendfeuerwehr-Mitglieder arbeiten. Gespannt hören sie zu, als Botschen die Jugendlichen die einzelnen Teile und deren Einsatz erklären lässt. "Das ist eine ganz normale Übung, die auch bei uns auf dem Programm steht. Im Prinzip lernen die Jugendlichen alle Dinge, die später auch im Grundlehrgang zum Feuerwehrmann gehören. Wir führen spielerisch an die Thematik heran", berichtet Fenten, dem weitere fünf Ausbilder - vier Männer und eine Frau - in der Jugendarbeit zur Seite stehen.

Alle 14 Tage treffen sich die Jugendlichen im Wechsel an den Gerätehäusern in Oedt und Grefrath. Wobei die Mitglieder immer mit dem Jugendfeuerwehrbus abgeholt werden. Ist Oedt der Treffpunkt, sammelt der Bus die Jugendlichen in Grefrath ein. Umgekehrt gilt dies genauso. Es stehen aber nicht nur Theorie und Praxis im jeweiligen Gerätehaus an. An der Niers wird im Sommer praktisch gearbeitet, wobei auch mal eine Wasserschlacht dazu gehört. Es gibt Grillabende, Fahrradtouren und Zeltlager. Man geht gemeinsam Schlittschuhlaufen, und es gibt Besuche bei Berufsfeuerwehren.

Dazu kommen die 24-Stunden-Dienste mit Übernachten im Gerätehaus. "Es soll immer interessant bleiben und allen Spaß machen", sagt Fenten. Nicht zu vergessen sind die Teilnahmen an den Leistungsspangen. Aufgenommen werden Jugendliche ab zwölf Jahren, wobei man auch mit elfeinhalb Jahren schon starten darf. Wie wichtig die Jugendfeuerwehr Grefrath ist, spiegelt allein die Tatsache wider, dass rund 80 Prozent der Mitglieder mit 18 Jahren in die freiwillige Feuerwehr wechseln und dort ehrenamtlich in den Einsatz gehen, um Menschenleben zu retten. Im nächsten Jahr feiert die Jugendfeuerwehr Grefrath ihr 25-jähriges Bestehen, und Fenten hofft, dass er bei dieser Gelegenheit eine große Gruppe engagierter Jugendlicher präsentieren kann, denn durchschnittlich zehn bis zwölf Personen stark war die Jugendfeuerwehr in all den Jahren immer. Die Jugendfeuerwehr Grefrath bietet Schnupperteilnahmen an den Gruppenstunden an. Die Übungsabende finden alle zwei Wochen mittwochs von 18.30 Uhr für je zwei Stunden statt. Informationen gibt es bei Jugendfeuerwehrwart Helmut Fenten, Telefon 0178 355 72 25 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Quelle: RP Online 30.08.2017

Serie Grefrather Feuerwehr Löschzug Oedt

Auf der Suche nach Verstärkung
 
Serie Grefrather Feuerwehr Löschzug Oedt: Auf der Suche nach Verstärkung
 

Die Mitglieder des Löschzuges Oedt der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath in ihrem Gerätehaus. Die Kameraden freuen sich über jeden, der ihre Reihen verstärken möchte. FOTO: Norbert Prümen

Wenn Menschenleben in Gefahr sind, rückt der Löschzug Oedt der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath vom Gerätehaus an der Tönisvorster Straße aus. Derzeit ist der Löschzug personell nicht so gut aufgestellt. Von Bianca Treffer

Oedt

Wenn der Löschzug Oedt der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath in zwei Jahren sein 125-jähriges Bestehen feiert, dann haben die Feuerwehrleute allesamt einen großen Wunsch. Sie möchten wieder eine Gruppe von über 30 Feuerwehrmännern und -frauen sein. Aktuell zählt der Zug 27 aktive Mitglieder sowie zwölf Mitglieder in der Ehrenabteilung. Dazu kommen zwei Mitglieder von der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst, die in Oedt arbeiten und die Tagesverfügbarkeit des Oedter Löschzuges verstärken. Denn genau die ist es, die den Feuerwehrleuten ein wenig Kopfschmerzen bereitet.

Je nach Stichwort braucht ein Löschzug bei einem Einsatz eine entsprechende Anzahl an Personen - und die zu erreichen, fällt teilweise schwer, da einfach zu viele Feuerwehrmänner auswärts arbeiten und daher während der normalen Arbeitszeiten nicht zur Verfügung stehen. "Bei einer entsprechenden Alarmierung wie zum Beispiel Wohnungsbrand mit Personen im Gebäude, werden daher immer die Züge Oedt und Grefrath gleichzeitig alarmiert. So ist die Einsatzfähigkeit auf jeden Fall gewährleistet", erklärt der Brandinspektor und stellvertretende Löschzugführer Albert Mertens. Mit einer größeren Feuerwehrmannschaft, Männer wie Frauen, wäre die Oedter einfach sicherer aufgestellt.

Frauen gibt es allerdings momentan im Löschzug überhaupt nicht. Die bisher einzige weibliche Vertreterin ist weggezogen und gehört jetzt an ihrem neuen Wohnort der dortigen Freiwilligen Feuerwehr an. "35 Feuerwehrleute wäre eine gute Zahl", sagt Mertens und fügt an, man sei derzeit von Seiten der Wehrgröße so schwach wie noch nie. Begründet ist die niedrige Zahl darin, dass weitere Feuerwehrleute durch Wegzüge aus Oedt nicht mehr zur Verfügung stehen und bislang keine entsprechenden Neuzugänge das kompensieren können. Jeder, der sich für die ehrenamtliche Arbeit im Löschzug interessiert, ist eingeladen, bei den Dienstabenden hineinschnuppern und sich zu informieren, wer der Löschzug ist und was zu den Aufgaben gehört. "Wir hoffen, dass wir Menschen aus unserer Gemeinde für die ehrenamtliche Tätigkeit als Feuerwehrmann oder -frau begeistern können. Bei uns findet jeder seine Aufgabe. Vielen Bürgern ist gar nicht bewusst, dass wir ehrenamtlich arbeiten und daher auf das Engagement von weiteren Oedtern angewiesen sind", sagt Mertens.

Durchschnittlich 50 Einsätze fallen pro Jahr an. Hinzu kommen die zahlreichen Stunden, die die Ehrenamtler bei Übungen sowie Aus- und Weiterbildungen leisten. Neben Bränden und technischen Hilfeleistungen gibt es in der Einsatzstatistik so manche Kuriosität. Dazu gehörten unter anderem ein eingefrorener Schwan auf dem Nierssee, eine Kuh in der Güllegrube, eine eingefangene Schlange und ein Schwergewichtstransport mit Höhenrettungseinsatz zusammen mit den Mönchengladbacher Kollegen.

Der Löschzug Oedt ist gut ausgerüstet. Das Gerätehaus an der Tönisvorster Straße beherbergt gleiche mehrere Fahrzeuge. Das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20-1 ist hier genauso zu Hause wie das HLF 20-2. Dazu kommt das Löschfahrzeug LF 1, das mit seinen 31 Jahren noch voll einsatzfähig ist. "Wir nutzen es überwiegend als Transportmittel für die Mannschaft und als Ausbildungsfahrzeug", informiert Oberbrandmeister Volker Glasmachers. Zum LF 1 gehört des Weiteren ein Schlauchwagen. Das zusätzliche Schlauchmaterial ist besonders wichtig, wenn Einsätze im Außenbereich erfolgen, wo unter Umständen viel Schlauchmaterial benötigt wird. Der neue Mannschaftswagen hat eine Doppelfunktion. Er dient dem Löschzug und wird auch für die Jugendfeuerwehr genutzt. Im Gerätehaus parkt auch der Öl-Alarmanhänger, der sämtliches Material für die Beseitigung von Ölspuren beinhaltet. Eine Besonderheit ist die Feldküche des Kreises Viersen, die samt Gulaschkanone ebenfalls im Gerätehaus steht. Nicht zu vergessen ist die Atemschutzwerkstatt. Dazu kommen der Mannschaftsraum samt Küche sowie die sanitären Einrichtungen.

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Quelle: RP

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